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Zur Verkehrsentwicklung 2003 - Passagierzuwachs ab der zweiten Jahreshälfte

Nach den beiden Vorjahren war auch das Jahr 2003 für die Luftverkehrsbranche ein schwieriges Jahr: Noch hatte sich der Luftverkehr nicht von den Schocks der Terroranschläge des 11. September 2001 erholen können, als neue Krisen, ausgelöst durch den Irak-Krieg und die Lungenkrankheit SARS, die Verkehrsentwicklung negativ beeinflussten. Das erheblich erweiterte Angebot von Low Cost-Airlines und die Tarifreaktionen der etablierten Luftverkehrsgesellschaften generierten andererseits jedoch zusätzliches Passagieraufkommen, das - zumindest bei einer aggregierten Betrachtung des deutschen Marktes - im weiteren Jahresverlauf die nachfragehemmenden Einflüsse zunehmend kompensieren konnte.
Die Entwicklung der Fluggastzahlen verlief auf den einzelnen deutschen Flughäfen sehr uneinheitlich. Flughäfen mit einem großem Angebot der Low Cost-Airlines, wie beispielsweise Köln/Bonn oder Berlin-Tegel, konnten massive Steigerungen verzeichnen, während auf jedem dritten Flughafen das Passagieraufkommen rückläufig war. Insgesamt stieg die Zahl der Fluggäste auf den 18 internationalen Verkehrsflughäfen in Deutschland um 3,9%. In diesem Zeitraum wurden einschließlich Transit 141,9 Mio. Passagiere abgefertigt. Die geografische Segmentierung des Lokalaufkommens zeigt erwartungsgemäß eine vergleichsweise schwache Entwicklung im Interkontinentalverkehr: Der Verkehr zu innerdeutschen Zielen stieg um 4,2% und zu innereuropäischen um 4,9%, zu interkontinentalen Zielen dagegen nur um 1,1%.

Verkehrsentwicklung auf den Regionalflughäfen

Das Verkehrsaufkommen auf den 41 regionalen Verkehrsflughäfen und Verkehrslandeplätzen der ADV war im Jahr 2003 ebenfalls von einer uneinheitlichen Entwicklung gekennzeichnet. Während die Passagierzahlen insgesamt um 30,4 % auf 6,7 Mio. anstiegen und der auf 17 Flughäfen stattfindende Linienverkehr mit 4,1 Mio. Passagiere einen Zuwachs um 55,9 % aufwies, war der Pauschalreiseverkehr mit -3,7 % leicht rückläufig. Wie die internationalen Verkehrsflughäfen verzeichneten auch die Regionalflughäfen mit Low Cost-Angeboten überproportionale Steigerungen der Passagierzahlen; demgegenüber hatten Flughäfen ohne entsprechende Angebote teilweise größere Verkehrsrückgänge hinzunehmen.

Starke Veränderungen in den Marktsegmenten

Im Gesamtjahresergebnis wuchs das Aufkommen im Linienverkehr auf den internationalen Verkehrsflughäfen um 5,4%. Das positive Ergebnis wurde durch das erweiterte Low Cost-Angebot zu deutschen und europäischen Zielen erreicht. Dieses Segment erzielte eine Zuwachsrate von 105% und repräsentierte mit 13,3 Mio. Passagieren bereits einen Anteil von 9,5% am Gesamtaufkommen. Der traditionelle Charterflugverkehr nahm im gleichen Zeitraum demgegenüber um 1,1% ab. Dieses Ergebnis ist u.a. auf eine zunehmende Angebotseinschränkung der Ferienfluggesellschaften zurückzuführen. Einige Touristikunternehmen übertrugen zudem einen Teil ihrer Ferienflug-Kapazitäten auf konzerneigene Low Cost-Airlines, wodurch die Zuordnung vom traditionellen Ferienflugverkehr zum Low Cost-Flugverkehr wechselte.

Internationale Verkehrsströme

Der Vergleich des Passagieraufkommens zu hochfrequentierten touristischen Zielgebieten deutscher Urlaubsreisender zeigt ebenfalls ein uneinheitliches Ergebnis. Traditionelle Sonnen-Urlaubsziele in Griechenland und in Portugal hatten Einbußen hinzunehmen, die aber zumeist im einstelligen Prozentbereich lagen. Leicht positiv veränderte sich in den meisten Fällen das Aufkommen zu den spanischen Ferieninseln. Insgesamt bemerkenswerte Zuwächse erzielten die vergleichsweise preisgünstigen osteuropäischen Reiseländer Bulgarien und Kroatien. Eine überdurchschnittlich negative Entwicklung des Passagieraufkommens hatten hingegen die meisten Urlaubsziele im islamischen Raum wie die Türkei, Tunesien oder Ägypten zu verzeichnen.

Entwicklungen in Luftfracht und Luftpost

Im Frachtbereich überschritten mit einer Aufkommensmenge von insgesamt 2.385.482 t die internationalen Verkehrsflughäfen das Vorjahresergebnis um 2,1%. Die Ausladungen stiegen um 4,6%, die Einladungen blieben mit +0,2% nahezu konstant. Die Nachfrage in der Luftfracht wurde - neben dem negativen Einfluss der schwachen konjunkturellen Entwicklung - vor allem im zweiten und dritten Jahresviertel, durch die Auswirkungen des starken Euro auf die deutsche Exportwirtschaft zusätzlich belastet. Das Luftpostaufkommen blieb durch eine drastische Reduzierung des Nachtpostnetzes mit einer Veränderungsrate von -16,1% (212.539 t) weiterhin deutlich rückläufig.

Luftfracht und Luftpost auf den Regionalflughäfen

Auf den Regionalflughäfen stieg das Luftfrachtaufkommen in 2003 auf insgesamt 39.139 t, wobei allerdings allein auf dem Flughafen Frankfurt-Hahn 36.824 t (+63,9 %) abgefertigt wurden, der damit fünftgrößter deutscher Frachtflughafen war. Einschließlich des sogenannten Trucking nahm das Luftfrachtaufkommen insgesamt um 16,3 % zu. Dagegen führte eine weitere Reduzierung des Nachtpostnetzes auf den Regionalflughäfen zu Einbußen im Luftpostaufkommen um -18,7 %.

Ausblick

Die in der zweiten Jahreshälfte 2003 einsetzende Erholung der Luftverkehrsnachfrage hat sich im 1. Halbjahr 2004 verstärkt fortgesetzt, so dass für das gesamte Jahr 2004 ein Passagierzuwachs von insgesamt ca. 6 % erwartet werden kann. Diese Erwartung ist allerdings mit dem Vorbehalt zu verknüpfen, dass die Unsicherheiten in der weltpolitischen Situation und die Entwicklung des Ölpreises eine abgesicherte Vorausschau nur in bedingtem Maße zulassen.



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