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Die internationalen Verkehrsflughäfen der ADV konnten im Jahr 2005 mit insgesamt 165,4 Mio. Fluggästen einen Zuwachs im Personenverkehr von 6,3% verzeichnen. Die anfänglich befürchtete Schwächung der Nachfrage durch eine Weitergabe der gestiegenen Kerosinkosten der Luftverkehrsgesellschaften an den Verbraucher fiel letztendlich wesentlich geringer aus, als von der Branche erwartet worden war. Gleichermaßen wirkte die schwache Konjunktur weniger dämpfend auf das Ergebnis.
Die Zahl der Fluggäste im innerdeutschen Verkehr erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 3,2%, zu und von europäischen Flughäfen um 8,4% und der interkontinentale Verkehr um 4,8%. Das Wachstum im Passagierverkehr wurde erneut überwiegend durch das Segment der Low Cost-Fluggesellschaften im inner-deutschen und Europa-Verkehr generiert. Während der traditionelle Linienverkehr noch Zuwächse im niedrigen einstelligen Bereich verzeichnen konnte, stagnierte die Zahl der Passagiere der traditionellen Ferienfluggesellschaften.
Internationale Verkehrsströme
Die deutschen Flughäfen konnten im europäischen Verkehr eine deutliche Zunahme an Einsteigern vor allem in die Zielländer verzeichnen, in denen sich das Low Cost-Segment besonders expansiv entwickelte. Beispielsweise stieg die Zahl der Passagiere nach Österreich (11,3%), Italien (10,3%), Schweiz (9,5%) und Spanien (7,2%) überdurchschnittlich stark an. Vergleichsweise schwach entwickelte sich das Aufkommen nach Griechenland (2,1%) und in die Türkei (4,1%).
Das Passagieraufkommen zwischen Deutschland und Amerika legte um 5,1% zu (USA 7,0%, Kanada 6,7%, Mexiko -35,7%). Der Verkehr zu Zielen in Afrika verzeichnete Passagierzuwächse von 4,1%. Die Nachfrage nach Reisen in die islamisch geprägten Ferienländer in Nordafrika stagnierte nahezu (Ägypten -0,4%, Tunesien 0,4%). Im Passagierverkehr nach Südafrika zeigte sich hingegen ein kräftiges Wachstum von 18,2%. Das Passagieraufkommen nach Asien stieg um 6,1%. Eine deutlich überdurchschnittliche Steigerung der Passagierzahlen war insbesondere auf Flügen nach China (16,8%), Indien (10,7%) und Hongkong (10,7%) festzustellen. Die Verkehrsnachfrage zu Zielen in Japan (2,0%) und Thailand (1,0%) fiel hingegen deutlich schwächer aus. Weiterhin rückläufig waren die Passagierzahlen zu Zielen in Australien/Ozeanien mit einer Abnahme von 4,6%.
Hauptwachstumsträger Low Cost
Insgesamt wurden auf den internationalen Verkehrsflughäfen 31,2 Mio. Passagiere abgefertigt, die mit einer Low Cost-Fluggesellschaft (LCC) reisten. Dies entspricht einem Zuwachs in der Passgiernachfrage gegenüber dem Vorjahr von 39,3%. 19,8 Mio. dieser Fluggäste reisten im Auslandsverkehr und 11,4 Mio. innerhalb Deutschlands. Der Low Cost-Verkehr hatte in 2005 auf den internationalen Verkehrsflughäfen einen Anteil am gesamten gewerblichen Passagieraufkommen (Originäraufkommen und Umsteiger) von 19%. Insgesamt 29,8% aller Originärpassagiere auf den internationalen Verkehrsflughäfen nutzten ein LCC-Angebot. Lässt man die Drehscheiben Frankfurt und München außer Betracht, so betrug der Anteil des LCC-Segments im gewerblichen Verkehr auf den übrigen 17 internationalen Verkehrsflughäfen bereits 32,0%.
Im Inlandverkehr führten in 2005 die Berliner Flughäfen mit 2,9 Mio. Passagieren das Ranking nach Low Cost-Aufkommen. 50% der Passagiere von und nach Berlin im Originärverkehr nutzten LCC-Fluggesellschaften. In München waren es 2,6 Mio. mit einem Anteil von 40% und in Köln/Bonn 2,0 Mio. mit einem Anteil von 64%. Die Länder mit der höchsten LCC-Nachfrage im grenzüberschreitenden Passagierverkehr waren Spanien mit 19,1 Mio. Passagieren, gefolgt von Großbritannien (9,1 Mio.) und Italien (6,8 Mio.). Im Auslandverkehr wurden von den LCC ex Deutschland bereits Ziele in 25 Ländern angeflogen. Im Luftverkehr mit den fünf Ländern Irland, Ungarn, Italien, Lettland und Österreich verzeichnet das LCC-Segment bereits Anteile am Originäraufkommen von durchschnittlich mehr als 50%.
Gute Ergebnisse im Cargogeschäft
Mit einer Aufkommensmenge von 3.018.806 t wurde im Luftfrachtgeschäft das Vorjahresniveau um 9,1% überschritten. Die Ausladungen stiegen um 10,9%, die Einladungen um 7,0%. Besonders die Zuwächse im Frachtaufkommen von und zu Zielen in Asien (18,0%) wirkten sich positiv auf das Gesamtergebnis aus. Das Frachtaufkommen der Ziel- bzw. Herkunftsregionen Europa (1,9%) und Amerika (2,6%) hatte hingegen deutlich schwächere Zuwächse. Dem Frachtverkehr mit Afrika (7,7%) und Australien/Ozeanien (56,6%) kommt auf Grund der geringen Anteile am Gesamtmarkt nur eine untergeordnete Bedeutung zu.
Die Luftpost war mit einer Aufkommensmenge von 157.187 t und einer Veränderungsrate von -20,6% erneut deutlich rückläufig. Die Abnahme wurde insbesondere durch eine weitere Ausdünnung des Nachtflugpoststerns sowie durch zunehmende Verlagerung der Transporte zu Gunsten von Schiene und Straße hervorgerufen.
Verbesserte Auslastung ließ Zahl der Bewegungen unterproportional ansteigen
Durch eine verbesserte Auslastung stieg die Zahl der Bewegungen im Vergleich zur Passagiernachfrage nur unterproportional. Mit 2.227.816 Starts und Landungen nahm die Zahl der Flugbewegungen im Gesamtverkehr um 3,5% zu. Der gewerbliche Verkehr wuchs hierbei um 4,1%, das nichtgewerbliche Aufkommen war hingegen um 2,8% rückläufig.
Regionalflughäfen festigten ihre Rolle als Standortfaktor
Das Fluggastaufkommen an den Regionalen Verkehrsflughäfen und Verkehrslandeplätzen (RVV) stieg im Jahr 2005 um 1,2% auf 5,1 Mio. Passagiere an. Überdurchschnittlich war die Steigerung der Nachfrage im Linien- und Pauschalflugverkehr um 2,5% auf 4,2 Mio. Passagiere. Davon entfielen 2,6 Mio. (+0,3%) auf den Linienverkehr und 1,6 Mio. (+6,0%) auf den Pauschalflugverkehr. Wenn die durch den Konkurs der Fluggesellschaft V-Bird verursachten Nachfrageeinbrüche nicht in die Betrachtung einbezogen werden, lag die Zuwachsrate im Passagierverkehr bei +6,2% und entsprach damit dem Niveau der internationalen Verkehrsflughäfen. Die Anzahl der Starts und Landungen im Motorflug blieb mit 753.000 (-0,5%) annähernd konstant. Der Rückgang im Linienverkehr um 14,9%, u.a. verursacht durch den Konkurs von V-Bird, konnte nicht durch Zuwächse im Pauschalflugverkehr (+6,1%), Werkverkehr (+2,1%) und nichtkommerziellen Verkehr (+0,8%) ausgeglichen werden. Das Luftfrachtaufkommen nahm um 33,3% auf 3.460 t zu.
Ausblick
Angesichts des verbesserten konjunkturellen Klimas und der anhaltenden Expansionspläne der Low Cost-Fluggesellschaften kann auch für das Gesamtergebnis des Jahres 2006 eine deutliche Steigerung des Luftverkehrsaufkommens erwartet werden. Die sich abzeichnenden Verbesserungen der weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen dürften noch positiver auf die Nachfrage in der Luftfracht wirken als im Personenverkehr. Bereits in den letzten Monaten 2005 nahmen die Veränderungsraten in der Luftfracht sprunghaft zu.
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