Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen ADV-Logo
Suchbegriff:
Kontakt Impressum Links Glossar Sitemap Home


Übersicht

Statistiken

Daten national

Daten Europa

Presse

Fachpresse

Themen

Positionen

Umwelt

Veranstaltungen

Konferenzräume

Mitgliederforum

    Zurück zur Themenübersicht  vorheriges Thema   nächstes Thema    

Zur Verkehrsentwicklung 2001

Nach über einer Dekade stabilen Verkehrswachstums mussten im Jahr 2001 die 18 internationalen Verkehrsflughäfen der ADV eine Unterbrechung des langjährigen Aufwärtstrends hinnehmen.

Als Folge der abkühlenden Konjunktur hatten sich die Zuwachsraten im Passagierverkehr bereits von 4,1% im ersten Quartal 2001 auf 1,7% bis Ende August abgeschwächt. Trotz der verschlechterten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hätten die Flughäfen aller Voraussicht nach das Jahr 2001 erneut mit einem Verkehrszuwachs abschließen können. Die schockartigen Nachfrageausfälle nach den Terrorakten des 11. September machten in der Luftverkehrsbranche alle Hoffnungen auf Wachstum im Jahresergebnis zunichte. Sie führten auf den deutschen Flughäfen zu einem Rückgang des Fluggastaufkommens um 2,5% auf insgesamt 140,6 Mio. Passagiere.

Fluglinien- und Ferienflugverkehr waren im Jahresergebnis in ähnlichem Ausmaß von Nachfragerückgängen betroffen. Im Linienverkehr kam es bereits innerhalb weniger Tage nach den Anschlägen zu einer Verkehrsabschwächung um ca. 15,0%, während im Ferienflugverkehr die gebuchten Reisen wegen hoher Stornierungskosten zunächst noch durchgeführt wurden. Danach wurden neue Urlaubsreisen nur sehr zögerlich gebucht, so dass ab Ende Oktober in diesem Segment der Rückgang zeitweise sogar bei über 20,0% lag. Die Luftverkehrsnachfrage zeigte zwar bis zum Jahresende wieder einen leichten Aufwärtstrend, das Passagieraufkommen blieb jedoch im Dezember um 12,4% rückläufig.

Als Folge dieser Situation waren die deutschen Flughäfen im Jahr 2001 – wie alle anderen Unternehmen der Luftverkehrsbranche – vor äußerst schwierige Aufgaben gestellt. Der verminderten Nachfrage im Passagierverkehr und dem rückläufigen Fracht- und Postaufkommen musste mit einer entsprechenden Kapazitäts- und Kostenreduktion begegnet werden, ohne die Leistungsfähigkeit des Luftverkehrsstandortes Deutschland insgesamt zu gefährden.

  2000 2001
    Jan.–Aug. Sept.–Dez. Jahr
Fluggäste
gesamt
+ 6,7 % + 1,7 % - 11,6 % - 2,5 %
Luftfracht
gesamt
+ 9,6 % - 1,2 % - 9,0 % - 4,0 %
Bewegungen
gesamt
+ 3,8 % - 1,0 % - 9,1 % - 2,4 %
Bewegungen
gewerblich
+ 5,2 % - 0,4 % - 8,2 % - 1,8 %

Im innerdeutschen Verkehr verzeichnete die Passagierentwicklung deutliche Einbußen (-5,4%). Bei den außereuropäischen Verkehren war das Passagieraufkommen zwischen Deutschland und dem amerikanischen Kontinent um 8,7% rückläufig (USA -9,4% / Dominikanische Republik -22,4% / Mexiko -6,8%). Der Verkehr zu Zielen in Afrika blieb mit einem Rückgang der Passagiere um 5,4% hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Insbesondere die nordafrikanischen Ferienländer erlitten starke Einbußen (Marokko -8,6% / Tunesien -7,4% / Ägypten -7,1%). Im Passagierverkehr nach Südafrika ergab sich demgegenüber ein kräftiges Wachstum von 9,9%. Relativ stabil blieb auch das Passagieraufkommen nach Asien (- 0,3%), wobei vor allem der Verkehr nach China von einem überdurchschnittlichen Wachstum gekennzeichnet war (+17,1%). Auffallend negativ entwickelte sich hingegen die Verkehrsnachfrage zu Zielen in Japan (- 7,3%) und insbesondere die Einsteigerzahlen zu Zielen in Australien/ Ozeanien mit einer Abnahme von 19,2%.

Flughafen Dortmund: Vorfeld und neues Terminal
Flughafen Dortmund: Vorfeld und neues Terminal

Im europäischen Verkehr waren starke Abnahmen der Einsteiger zu Zielen im Vereinigten Königreich (-4,8%) und zu den spanischen Ferieninseln, insbesondere zu den Balearen (-8,5%) auffallend.

Insgesamt verlief die Verkehrsentwicklung von und zu Zielen in europäischen Ländern jedoch vergleichsweise stabil, da die Zahlen mit einer Zuwachsrate von 0,1% nahezu stagnierten.

Die Starts und Landungen im gewerblichen Luftverkehr verringerten sich gegenüber dem Vorjahr um 1,8%. Diese Zahl spiegelt die Angebotsverminderung der Fluggesellschaften auf den deutschen Flughäfen wider, die den Passgierrückgängen zum Teil mit drastischen Kapazitätskürzungen begegneten. Unter Einbeziehung der nichtgewerblichen Bewegungen verzeichnete der Gesamtverkehr im Jahresergebnis mit 2.089.792 Flugbewegungen eine Abnahme von 2,4%.

Das Luftfrachtaufkommen nahm um 4,0% ab. Die Ausladungen zeigten sich um 5,1% und die Einladungen um 3,6% rückläufig. Insgesamt wurden 2,2 Mio. Tonnen Fracht auf den Flughäfen der ADV abgefertigt. Das Luftpostaufkommen reduzierte sich um 3,2%.

Die Erholung der Verkehrsnachfrage im kommenden Jahr wird maßgeblich von der allgemeinen wirtschaftlichen und weltpolitischen Entwicklung bestimmt werden. Die verhaltenen Zukunftserwartungen der Industrie und das gedämpfte Konsumverhalten der privaten Haushalte haben im Jahr 2001 zu einer deutlichen Reisezurückhaltung geführt und könnten auch im Jahr 2002 die Erholung der Luftverkehrsnachfrage verlangsamen.


Zur Verkehrsentwicklung 2001Zur Verkehrsentwicklung 2001


    Zurück zur Themenübersicht  vorheriges Thema   nächstes Thema    




© ADV 2008