Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen ADV-Logo
Suchbegriff:
Kontakt Impressum Links Glossar Sitemap Home


Übersicht

Statistiken

Daten national

Daten Europa

Presse

Fachpresse

Themen

Positionen

Umwelt

Veranstaltungen

Konferenzräume

Mitgliederforum

    Zurück zur Themenübersicht  vorheriges Thema   nächstes Thema    

Verkehrsentwicklung 2002 - Noch keine Erholung der Passagierzahlen

In der Luftverkehrsbranche blieb im Jahr 2002 eine nachhaltige Erholung im Passagierverkehr aus. Eine ganze Reihe nachfragehemmender Einflussfaktoren, wie die schlechte konjunkturelle Situation, politische Unsicherheiten im Nahen Osten und Angst vor weiteren Terrorakten, hatten in ihrem Zusammenwirken eine anhaltende Reisezurückhaltung induziert.

Auf den 18 internationalen Verkehrsflughäfen der ADV wurden zwischen Januar und Dezember 136,7 Mio. Fluggäste abgefertigt. Die Zahl der Passagiere fiel somit in 2002 um 2,8% unter den Vorjahreswert. Ab Oktober hatte erwartungsgemäß ein ausgeprägter statistischer Basiseffekt eingesetzt, der, durch die starken Verkehrseinbrüche im Vergleichszeitraum 2001 bedingt, fortan positive Veränderungsraten im Passagegeschäft hervorrief. Die Passagierzuwächse gegen Jahresende reichten jedoch nicht mehr aus, die rückläufigen Nachfragewerte der Vormonate zu konterkarieren und somit im Gesamtjahresergebnis das Vorjahresniveau zu erreichen. Mit Ausnahme von Nürnberg erzielte im Gesamtergebnis 2002 kein internationaler Flughafen einen Zuwachs im Passagegeschäft.

Bei einer geografischen Segmentierung nach innerdeutschem (- 2,8%), innereuropäischem (- 3,0%) und interkontinentalem Verkehrsaufkommen (- 3,7) könnte eine relative homogene Entwicklung der Verkehrsströme vermutet werden. Erst die weitere Disaggregation offenbart Unterschiede.

Internationale Verkehrsströme

Die deutschen Flughäfen mussten im europäischen Verkehr eine besonders starke Abnahme an Einsteigern zu den volumenstarken Ferienzielen im westlichen Mittelmeerraum verzeichnen. Somit nahm die Zahl der Passagiere nach Spanien um insgesamt 8,9% (Balearen sogar – 16,3% / Kanaren - 7,5%) und nach Portugal um 4,6% ab. Positiv entwickelte sich im Europaverkehr das Aufkommen zu den Ferienzielen am östlichen Mittelmeer, die nicht der Eurozone angehören. In die Türkei reisten + 7,8% und nach Bulgarien + 25,6 Passagiere aus Deutschland ab.

Das Passagieraufkommen zwischen Deutschland und Amerika zeigte sich um 6,8% rückläufig (USA - 3,3% / Dominikanische Republik sogar - 32,0%).
Der Verkehr zu Zielen in Afrika hatte einem Passagierrückgang um 10,1%; hiervon waren insbesondere die nordafrikanischen, islamisch geprägten Ferienziele am Mittelmeer betroffenen (Marokko – 18,7% / Tunesien - 30,9%). Im Passagierverkehr nach Südafrika ergab sich hingegen ein kräftiges Wachstum von 11,2%.
Das Passagieraufkommen nach Asien wuchs um 5,1%. Überdurchschnittliches Passagierwachstum war auf Flügen nach China (+ 16,6%), Indien (+ 13,4%) und Hongkong (+ 8,8%) festzustellen. Die Verkehrsnachfrage zu Zielen in Japan konnte sich in der zweiten Jahreshälfte von den starken Rückgängen zu Jahresbeginn erholen, so dass die Passagierzahl im Jahresergebnis noch leicht anwuchs (+ 1,4%). Anhaltend rückläufig waren die Einsteigerzahlen zu Zielen in Australien/Ozeanien mit einer Abnahme von 18,0%.

Die Luftverkehrsgesellschaften beeinflussten die Entwicklung

An den traditionellen Drehkreuzflughäfen Frankfurt und München sowie am Touristik-Drehkreuz Nürnberg verstärkten die Luftverkehrsgesellschaften die Bündelung von Verkehrsströmen, so dass die Gruppe der „Hubs“ isoliert betrachtet im Passagieraufkommen eine unterdurchschnittliche Abnahme um ca. 0,8% verzeichnete, wohingegen sich das Verkehrsaufkommen der übrigen 15 internationalen Verkehrsflughäfen im Durchschnitt mit ca. - 5,2% wesentlich stärker rückläufig zeigte.

Eine deutliche Verkehrsbelebung durch Low-Cost-Airlines war insbesondere am Flughafen Köln/Bonn zu beobachten, wo gegen Jahresende durch den Markteintritt von German Wings und Hapag Lloyd Express kräftige Zuwächse verzeichnetet wurden (November + 29,7 / Dezember + 69,9%). Bis Jahresende wurden auf den 18 internationalen Verkehrsflughäfen bereits über 40 Strecken von den sogenannten „Billig-Fluggesellschaften“ (Berechnung inkl. DBA) beflogen.

Entwicklungen in Luftfracht und Luftpost

Eine deutliche Markterholung war 2002 für das Luftfrachtgeschäft festzustellen, wo bereits ab den Sommermonaten wieder positive Veränderungsraten verzeichnet werden konnten. Insgesamt wurde zwischen Januar und Dezember mit einer Aufkommensmenge von 2,3 Mio. Tonnen Fracht bereits das Vorjahresniveau um 4,2% überschritten. Insbesondere die Zuwächse im Frachtaufkommen von und zu Zielen im europäischen Ausland (+ 4,0%) und zu Zielen in Asien (+ 10,8%) stärkten den Sektor. Das Frachtaufkommen mit den USA blieb mit einer Veränderungsrate von -0,4% nahezu konstant. Die Ausladungen wuchsen im gesamten Jahr um 4,5%, die Einladungen um 3,0%. Das Luftpostaufkommen blieb 2002 mit einer Veränderungsrate von - 2,6% weiterhin rückläufig.


Verkehrsentwicklung 2002 - Noch keine Erholung der PassagierzahlenVerkehrsentwicklung 2002 - Noch keine Erholung der Passagierzahlen


    Zurück zur Themenübersicht  vorheriges Thema   nächstes Thema    




© ADV 2008